Präeklampsie

17.09.21 - Trandate Tbl. nicht bei Akuttherapie der hypertensiven Krise in Schwangerschaft

23.07.20 - Magnesiumsulfat ersetzt Magnesiumaspartat (Magnesiocard)

05.05.20 - erneut Magnesiumaspartat, da Magnesiumsulfat als Dauerinfusion noch nicht erhältlich ist

01.05.20 - Mg Sulfat ersetzt Mg Aspartat sFlt / PLGF für Diagnostik Adalat Spirig als Antihypertensivum

Inhaltsverzeichnis

Präeklampsie:

  • Neu aufgetretene Hypertonie (≥140/90mmHg) nach 20. SSW mit signifikanter Proteinurie
  • Auch ohne Proteinurie wenn Zeichen einer Multiorganerkrankung vorliegen (Thrombopenie, Anstieg der Leber- und Nierenwerte, Lungenödem, zentralnervöse Symptome)

Schwere Präeklampsie (zusätzlich eines der weiteren Kriterien vorhanden):

  • RR ≥ 160/110 mmHg zwei Mal gemessen im Abstand von 4 Stunden bei Liegeruhe
  • Transaminasenanstieg um das Doppelte der Norm
  • persistierende schwere Oberbauchschmerzen, die nicht auf eine Therapie ansprechen und nicht anders erklärt werden können
  • Thrombopenie < 100 G/L
  • Kreatinin > 80 μmol/L, Oligurie < 500 ml/24h
  • Lungenödem
  • starke Kopfschmerzen, Sehstörungen bei Fehlen einer Alternativdiagnose
  • NEU: Schweregrad der Proteinurie zählt nicht mehr als Definitionskriterium der schweren PE

Eklampsie:

Tonisch-klonische Krampfanfälle die keiner anderen Ursache zugeordnet werden können. Diese können von Zyanose, Zungenbiss, Urininkontinenz begleitet sein.

Signifikante Proteinurie:

Protein-Kreatinin-Quotient ≥ 30mg/mmol
Jede Proteinurie ≥ 1+ im Stix gilt als auffällig und muss mittels Prot.-Creat.-Quot. bestätigt werden

Milde / moderate Hypertonie:

syst. 140-159, diast. 90-109 mmHg

Schwere Hypertonie:

syst. ≥160mmHg, diast. ≥110 mmHg

HELLP:

entwickelt sich in 0.1-0.2% aller Schwangerschaften, in 10-20% der Frauen mit PE

Die Diagnosestellung erfolgt laborchemisch

  • Hämolyse (Hyptoglobin erniedrigt)
  • erhöhte Leberwerte (ALAT/ASAT)
  • Thrombozytopenie (<100G/l)

in 15-20% ohne Proteinurie und / oder Hypertonie. CRP ist in 62% d.F. bei HELLP (nicht Folge einer Infektion) erhöht. Gerinnungsstörung häufiger.

Eklampsie:

In 14-34% ohne Hypertonie und Proteinurie. 28-44% treten postpartal auf.

Weisskittelhypertonie:

Kann in bis zu 40% eine Gestationshypertonie und in bis zu 8% eine PE entwickeln.

Ungeeignete Massnahmen

  • Magnesium ist kein geeignetes Medikament zur RR Senkung
  • Kein routinemässiges Verbot von Sport. Keine routinemässige Arbeitsunfähigkeit. Dies ist bei der milden bis moderaten Gestationshypertonie genauso wie bei der gesunden Schwangeren zu handhaben .
  • Diätetische Salzrestriktion verhindert keine PE oder Gestationshypertonie, kann jedoch den RR bei chronischer Hypertonie reduzieren.
  • Therapieentscheidungen sollten nicht auf Veränderungen der Proteinurie basieren.

RR-Messung:

Messung im Sitzen nach 2 Minuten Ruhe
Manschette dem Oberarmumfang angepasst
Handmessgeräte können den RR niedriger messen

100-150 mg Aspirin in der Frühschwangerschaft, Beginn spätestens 16+0 SSW bei

  • nach erhöhtem Risiko (≥1:100 < 37. SSW) im PE Screening 11 0/7 bis 13 6/7 SSW
  • schwangerschaftsinduzierter Hypertonie / PE bei vorangegangener Schwangerschaft die zur Geburt vor 34 0/7 SSW geführt hat
  • präexistente Hypertonie (vor 20. SSW)
  • Systemischer Lupus erythematodes
  • Antiphospholipidsyndrom
  • Chronische Nierenerkrankung
  • Präexistenter Diabetes Typ 1 und Typ 2
  • oder 2 der folgenden Risiken: erste Schwangerschaft, mütterliches Alter > 40 Jahre, Schwangerschaftsintervall >10 Jahre, BMI >35, Mutter der Schwangeren mit PE in Anamnese, Mehrlingsschwangerschaft

Screening

Führt in 46% zu einer milden, in 10% zu einer schweren PE
Ziel RR < 150/100 mmHg, diastol. nicht < 80 mmHg; bei Endorganschaden 140/90 mmHg
Keine Medikamentöse Blutdrucksenkung ≤ 150/100 mmHg
Keine Antihypertensiva wenn RR-Messung zu Hause im Zielbereich
Hospitalisation ab 160/110 mmHg
Maternale Überwachung: RR-Selbstmessung, Proteinurietest mindestens alle 2 Wochen
Fetale Überwachung: ab 28 - 30 SSW alle 4 Wochen Biometrie, AFI, Doppler wenn in der Norm

Hospitalisation ab 140/90 mmHg und signifikante Proteinurie

Maternale Überwachung: RR und Gestoselabor nach Schweregrad. Bei nachgewiesener signifikanter Proteinurie ist eine Verlaufskontrolle nicht sinnvoll.

Bei Magnesium i.v.
siehe unten


Bei schwerer PE:

Stündliche Mindesturinausscheidung mit DK: 0.5ml / kg KG/ h (Beispiel: Eine Frau die 70 kg wiegt muss mindestens 140 ml in 4 Std. ausscheiden)

Flüssigkeits- und Volumenmanagement: Beschränkung auf 80 ml/h

Pulsoxymetrie mindestens 4 x täglich

Bei HELLP: Labor initial alle 6-8 Stunden

Fetale Überwachung: ab 28 - 30 SSW alle 2 Wochen Biometrie, AFI, Doppler. Wenn auffällig individuelle Anpassung

Der maternale Zustand hat immer Vorrang gegenüber dem fetalen Zustand. Entbindung nach Stabilisierung der Mutter (Blutdruck, Eklampsie).

  • schwere PE immer
  • refraktäre schwere Hypertonie (syst. ≥ 160, diastol ≥ 110 mm Hg) >34. SSW
  • milde PE ab 37 0/7 SSW immer
  • Grauzone 34 0/7 bis 36 6/7 zwischen geplanter später Frühgeburt / IUFT und Risiko des Fortschreitens einer milden in eine schwere PE
  • HELLP
    • ab 34. SSW immer
    • wenn zusätzlich zu Hypertonie und Proteinurie Transaminasenanstieg um das Doppelte der Norm oder Thrombopenie unter 100 G/L
    • Konservatives Vorgehen bei Stabilisierung bis 34. SSW möglich. Ggf. Abwarten Abschluss LRI
  • Nierendysfunktion zusätzlich zu Hypertonie und Proteinurie:
    • Kreatinin > 80 μmol/L, Oligurie < 300 ml / 12 h
    • Bei neu aufgetretene oder zunehmende Nierendysfunktion ggf. Abwarten Abschluss LRI
  • Eklampsie immer nach maternaler Stabilisierung, ggf. nach Abschluss LRI
  • Entbindung auch ohne abgeschlossene LRI
    • Herzinsuffizienz
    • Lungenödem
    • schwere Niereninsuffizienz
    • Gerinnungsstörung
    • Schwere persistierende Oberbauchschmerzen
    • Schwere zentralnervöse Symptome
    • Pathologisches oder suspektes CTG
  • Eklampsie
  • Oligurie < 0.5ml / kg KG/ h (Beispiel: Eine Frau die 70 kg wiegt muss mindestens 140 ml in 4 Std. ausscheiden)
  • Gerinnungsstörung
  • Herzinsuffizienz
  • Persistierende Hyperkaliämie
  • Ventilationspflichtige respiratorische Insuffizienz

Prävention zerebraler Blutungen, Nierenversagen, Herzinsuffizienz

Initiale Behandlung immer unter CTG-Überwachung

Ziel RR: systolisch 140 – 150 mmHg, diastolisch 90-100 mmg Hg, nicht < 80 mmHg

  • Labetalol (Trandate®) oral Beginn mit 100 – 200 – 400 mg 3-4 x /d.

Maximal 2400 mg /d
Maximalen Plasmakonzentration nach 2 Stunden erreicht. Plasmahalbwertszeit 4 Std.

  • α-Methyl-Dopa (Aldomet®) oral Beginn mit 250-500 mg 2-4 x /d. Dosiserhöhung nach frühestens 48 h

Maximal 3 g /d
Maximalen Plasmakonzentration nach 3 Stunden erreicht. Plasmahalbwertszeit 105 Min.

  • Nifedipin Spirig HC CR Ret® Matrixtbl. 40 mg

Maximal 120 mg/d
1 Tbl ist über 24 h wirksam, maximale Plasmakonzentration nach 7,4 Std.

  • Metoprolol (Beloc®) 2 x 50-100 mg/d

4. Wahl wegen: höherer Inzidenz fetaler Hypoglykämien, fetaler Herzfrequenzabfälle, fetale Wachstumsrestriktion

(systol. ≥160 mmHg und/oder diastol ≥ 110 mmHg)

 

Wenn systolisch ≤ 180 mm Hg und leichte Kopfschmerzen

Nifedipin-Tropfen (Nifedipin-ratiopharm Tropfen 20 mg/ml ®) Nifedipin ist bei Asthma gegenüber Labetalol (Trandate®) zu bevorzugen. Maximale Plasma- bzw. Serumkonzentrationen nach ca. 15 min erreicht. 1 ml entspricht 20 Tropfen.1 Tropfen enthält 1 mg Nifedipin.

Für eine Dosis von 5 mg werden 5 Tropfen verabreicht.
 

 

wenn systolisch > 180 mm Hg 

oder wenn systolisch ≥ 160 mm Hg mit starken Kopfschmerzen

Labetalol (Trandate®) intravenös

Info Anästhesie

Ladedosis

1 Ampulle enthalt 100 mg / 20 ml. 1 ml enthält 5 mg Trandate®.
Ladedosis mit Boli à 1-4 ml (=5-20 mg) i.v. über 2 Minuten
Wiederholung alle 5 Minuten bis Zielblutdruck erreicht ist

Erhaltungsdosis

Beginn Erhaltung Erhaltungsdosis erst wenn Zieldruck erreicht
Wenn Zieldruck nicht erreichbar oder refraktäre schwere Hypertonie => Sectio aus maternaler Indikation, auch wenn LRI nicht abgeschlossen
2 Amp. Labetalol (Trandate®) (=200mg) in 160 ml in NaCl 0.9%
Ergibt 200 ml Flüssigkeit mit 200 mg Trandate®, Endkonzentration 1 mg/ml
Dosis initial 10 mg = 10 ml/h, alle 15 Min verdoppeln bis maximal 160 mg/h = 160 ml/h.

Immer CTG-Überwachung bei Blutdrucksenkung in der akuten hypertensiven Krise.

Die antihypertensive Therapie muss während der Geburt oder Sectio fortgeführt werden.

Bei Lungenödem, Herzinsuffizienz:

Furosemid (Lasix®) i.v.10-20 mg, ggf. Wiederholung, zuvor 500ml Volumen

Fortsetzen der antihypertensiven Medikation, jedoch Umstellung von α-Methyldopa auf präkonzeptionelle oder unten genannte Antihypertensiva.

Generell grosszügigere Senkung als präpartal, da keine Gefahr plazentarer Minderperfusion. Ziel vor Entlassung unter 150/100 mmHg.

Start antihypertensiven Medikation ab RR 150/100mmHg

Reduktion der Medikation ab RR 140/90 bis 130/80 mmHg

Achtung: NSAR tragen zur RR-Erhöhung bei und sollten durch andere Analgetika ersetzt werden.

Die postpartale Hypertonie erreicht häufig am 5. Tag das Maximum infolge von Flüssigkeitsmobilisation von Ödemen und Rückgang der schwangerschaftsassoziiierten Vasodilatation.

a) Metoprolol (Meto zeroc®, Metprolol® Beloc®, Lopresor®) statt Labetalol (Trandate®)

  • Meto-Zerok ist eine Retard-Form von Metoprolol, welche für die einmalige tägliche Gabe konzipiert ist.
  • Dosierung beginnend in der Regel mit 50mg pro Dosis, ggf. Steigerung auf 100mg gleichentags durch zweite Gabe.
  • Falls die Gabe von 2x50mg am Vortag nötig war, kann am Folgetag einmalig 100mg gegeben werden
  • max. Tagesdosis 200mg

b) Lasix (Lasix® long Kps. 30 mg, Lasix® Tbl 40 mg), besonders bei kardialer oder pulmonaler Beteiligung

c) Nifedipin (Nifedipin Spirig HC® Matrixtbl. 40 mg.

  • Maximal 120 mg/d
  • akute Blutdrucksenkung mit Nifedipin Tropfen (10mg)

Bei wiederholtem Bedarf an Nifedipin sollte die Dosis von Meto-Zerok gesteigert werden oder Enalapril, Captopril, evt. mit Hydrochlorothiazid gegeben werden.

d) Enalapril (Enalapril®, Epril®), Captopril (Captolpril®, Captosol®)

Falls β-Blocker oder Calzium-Antagonisten nicht wirksam sind. Lang eingeführte ACE-Hemmer in der Stillzeit nicht möglich. Säuglinge auf Nierenfunktionsstörung (Gewicht, Ödeme) beobachten.

e) Kombinationspräparat mit Hydrocholothiazid (Lisinopril HCT®)

Nachsorge:

Bei schwer einstellbarer postpartaler Hypertonie medizinische Kontrolle der RR-Einstellung nach 2 Wochen und weitergehende internistische-kardiologische Abklärung 6-8 Wochen postpartal mit Neubeurteilung der Proteinurie. Frauen welche zum ersten Mal eine Hypertonie während der Schwangerschaft und postpartum entwickeln, sind in 80 % drei Monate später normoton. Bei 20 % der Frauen persistiert der Blutdruck auch nach 6 Monaten, diese haben eine essentielle Hypertonie und benötigen evtl. dauerhaft mit Antihypertensiva.

HELLP-Laborparameter: Bei Verbesserung muss nicht bis zur vollständigen Normalisierung bis zum Austritt gewartet werden.

  • Schwere Hypertonie (persistierend RR ≥ 160/110 mmHg) mit Proteinurie
  • Neurologische Symptome: Kopfschmerzen Sehstörung (verschwommenes Sehen, Augenflimmern, Aufblitzen), Auslösbarkeit von Kloni
  • Schmerzen unterhalb der Rippen, druckempfindliche Leber mit Erbrechen oder Übelkeit
  • Thrombozyten unter 10'0000 G/l
  • ALAT / ASAT > 70
  • Kreatinin > 80 μmol/L, Oligurie < 500 ml/24h
  • Lungenödem

·  Eklampsie: 4 g Magnesiumsulfat (MgSO4) als Ladedosis über 15 Minuten zur Eklampsieprophylaxe, 1 g Magnesiumsulfat (MgSO4) / h Erhaltungsdosis.

·  Erneute Eklampsie: 2-4 g MgSO4 über 15 Minuten

Herstellung der Ladedosis: 8 ml (16mmol, 4 g)  Magnesiumsulfat (MgSO4) 50% (1 Ampulle (5 g) à 20 mmol / 10 ml) werden in 100 ml NaCl 0.9% gespritzt und über 15 Minuten intravenös verabreicht.

 

Herstellung der Infusionslösung für Erhaltungsdosis

Einer 500 ml NaCl 0.9% Infusion werden 50 ml Magnesiumsulfat 50% Infusionszusatz (5 Ampullen à 20 mmol / 10 ml) zugespritzt. Das ergibt 550 ml Infusionslösung total

1 ml Infusionslösung entspricht 45,45 mg MgSO4 oder 0,18 mmol Mg. Die Infusionslösung wird intravenös verabreicht über:

Magnesiumsulfat

11 ml/h

21 ml/h

33 ml/h

45 ml/h

Gerundet / h

0,5 g

1 g

1,5 g

2 g

exakt / h

500 mg

955 mg

1500 mg

2046 mg

mmol / h

2,0

3.9

6,0

8.3

Erneuter Bolus von 2-4g Magnesium i.v. (4-8 ml MgSO4 50% in 100ml NaCl 0.9%) je nach

Gewicht der Patientin (2g falls < 70kg KG, 4g falls > 70kg KG) über 15 Minuten

Bei wiederholten Anfällen nach frustraner Mg-Gabe kann die einmalige Gabe von Diazepam (Valium®) 10mg i.v. gegeben werden. Diese Medikamente immer mit Absprache und ggf. in Präsenz mit der Anästhesie.

Midazolam kann auch zur Sedierung bei unruhiger Patientin eingesetzt werden.

  • Klinische Überwachung mit Dokumentation alle 8 Std.: Atemfrequenz, Reflexstatus, Diurese
  • immer Bilanzierung: 6-12 stündlich oder stündlich über DK bei schwerer PE
  • Atemfrequenz 3 x / 24h. Sollte 12 / Minute nicht unterschreiten
  • Muskeleigenreflexe alle 8 Std.
  • 10 ml Calciumgluconat 10% (Calcium-Sandoz®) als Antidot bereithalten
  • Zielbereich Magnesiumspiegel 2 bis 3,3 mmol/L, Spiegelkontrollen nicht mehr routinemässig, nur noch bei klinischer Auffälligkeit
  • Dosisreduktion bei Atemfrequenz < 12/min, Diurese < 0.5ml / kg KG/ h oder nicht mehr auslösbaren Reflexen

Bei Zeichen von Überdosierung

Magnesium i.v. sofort stoppen
Falls Pat. nicht ansprechbar ist oder V.a. insuffiziente Atmung: Rea-Alarm Anästhesie Tel. 999 333
Herzdruckmassage und Beatmung
Bei Atemstillstand / Adynamie: 1 g Calciumgluconat 10% in 10 ml über 1-2 Minuten
Frühe Intubation und Ventilation

Nach schwerer Wochenbetthypertonie: Medizinische Kontrolle der RR-Einstellung nach 2 Wochen und medizinisch-kardiologische Abklärung nach 6-8 Wochen (z.B. 24-h-RR-Messung, Herzecho, Auschluss einer Nierenarterienstenose, Tumor der Nebennierenrinde, Hyperaldosteronismus)

Nachgespräch im Schwangeremambulatorium obligat ca. 6-8 Wochen postpartal (Austrittsbericht mit Kopie an Ambi Schwangere mit Bitte um Aufgebot)

Wahrscheinlichkeiten für Folgeschwangerschaft nach PE: Gestationshypertonie 13% - 53% , Wiederholungsrisiko für PE generell bis 16% und bis zu 25% bei St.n. schwerer PE, HELLP oder Eklampsie vor 34. SSW und bis zu 55% bei St.n. schwerer PE vor 28. SSW

Wahrscheinlichkeiten für Folgeschwangerschaft nach Gestationshypertonie: Hypertonie in 16-47% in Folgeschwangerschaft, PE 2-7% in Folgeschwangerschaft

Wahrscheinlichkeiten für Folgeschwangerschaft nach HELLP: 13% Wiederholungsrisiko HELLP, 30% Risiko für andere hypertensive Schwangerschaftserkrankung

Wahrscheinlichkeiten für Folgeschwangerschaft nach Eklampsie: für Eklampsie 2-16%, für PE 22-35%

  • Keine routinemässige Thrombophilieabklärung
  • Antiphospholipidantikörper nach früher (‹34 SSW) oder sehr schwerer PE
  • Bestimmung der Proteinurie und Kreatinin innerhalb 3-6 Monate postpartal. Kein weiteres nephrologisches Follow-up bei fehlender Proteinurie und normalem Kreatinin.
  • Diagnostik und Therapie kardiovaskulärer Risikofaktoren (Lipidstatus, Diabetesscreening).
  • Information über Risikoerhöhung für spätere Herz-Kreislauferkrankungen. Empfehlung zur Kontrolle mind. alle 5 Jahre von Blutdruck, Diabetesscreening, BMI, Lipidstatus
  • Verzicht auf Nikotin
  • Empfehlung den BMI zwischen 18.5 und 24,9 kg/m2 zu halten und der vermehrten körperlichen Aktivität.
  • Ggf. bereits präkonzeptionelle Umstellung der Antihypertensiva wie ACE-Hemmer, Sartane (Angiotensin1-Rezeptorantagonisten) und Thiazid-Diuretika
  • Beginn low dose Aspirin (100-150 mg) vor der 16+0 SSW
  • Individuelles Risiko kann mittels PE-Screening zwischen der 11-13+6 SSW berechnet werden
  • Engmaschigere Verlaufskontrollen in Folgeschwangerschaft

Antikonzeption: idealerweise keine östrogenhaltige Pille

ACE angiotensin converting enzyme

AFI Amnion Fluid Index

BMI Body Mass Index

DIC Disseminierte intravasale Gerinnung

HELLP hemolysis, elevated liver enzymes, low platelets

INR International Normalized Ratio

IUGR Intrauterine growth retardation

LRI Lungenreifeinduktion

PDA Periduralanänästhesie

PE Präeklampsie

NSAR Nicht-steroidale Antirheumatika

SGA small for gestational age

NICE guideline ng133, 06/2019, Hypertension in pregnancy: diagnosis and management

AWMF Leitlinie 015/018, März 2019, Version 1.1, Diagnostik und Therapie hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen

ACOG guideline 2013 Hypertension in pregnancy

Magee, L., et al. BMJ 327 (2003) 955

Interdisziplinäres multiprofessionelles Trainingsmanual für geburtshilfliche Notfälle, Adaptiert nach PROMT, Hrsg. Draycott T et al, Übersetzung: Hösli I et al. Basel 2010

SGGG, Expertenbrief No 67, Anwendung des sFlt-1/PlGF Tests zur Präeklampsie-Diagnostik

Autor: A. Winkler, V. Uerlings, I. Fähnle, A. Kyburz
Autorisiert: A. Winkler, M. Hodel
Überarbeitet: T. Magi, L. Gabriel

Aktualisiert: V. Uerlings


Version: 12.01.2021
Gültig bis: 31.12.2022