Austreibungsperiode

08.06.17 - Link: Manuelle Rotation des kindlichen Kopfes

Inhaltsverzeichnis

Begriffe und Abkürzungen

  • AA= Assistenzarzt
  • AP= Austreibungsperiode
  • MM= Muttermund
  • MMv= Muttermund vollständig
  • OA= Oberarzt
  • PDA=Periduralanästhesie
  • VT= vorangehendes Teil
  • VU= Vaginaluntersuchung

AP - Richtzeiten

  • Erstgebärende:
    2 h ohne PDA
    3 h mit PDA
  • Mehrgebärende:
    1 h ohne PDA
    2 h mit PDA

AP-Betreuung allgemein

  • kontinuierliches CTG, bei IUFT immer Tokogramm
  • VU stündlich ab MM Saum:
    • Reaktion auf Einstellung, Wehen, Tiefertreten des VT durch Anpassung Lagerung und Syntocinon-Dosis
    • Bei dorsoposteriorer Einstellung ggf. manuelle Kopfrotation
  • Information der Schwangeren über Verlauf
  • Ab vollständiger MM-Eröffnung => Pfeilnaht UND Fontanelle müssen palpiert werden = Einstellung muss bekannt sein
  • falls nicht vollständig tastbar oder bei Unsicherheit=> grosszügig sonographische Lagekontrolle

Voraussetzungen für aktives Mitpressen

  • geburtsbereiter Befund
  • Erstgebärende: ideal VT auf Beckenboden und Pfeilnaht gerade
  • Mehrgebärende: Pressdrang

Kristellerhilfe

  • wird im klassischen Sinne nicht mehr angewendet
  • VE ist Kristellerhilfe überlegen und zu bevorzugen
  • Statt "klassischer Kristeller" Führen des Steisses: Fundus tasten, mit einer oder zwei flachen Händen den Steiss Richtung kaudal (nicht dorsal) führen. Dabei moderaten, dosierten Druck ausüben. Kein starker Druck!
  • nie bei nicht ausrotiertem Kopf oder nicht geburtsbereitem Befund
  • nie ohne AA oder OA
  • nie im Status nach Sectio

Einstellungsanomalien

  • ggf. späte PDA und abwarten ob VT tiefer tritt
  • Hoher Geradstand: per Definition erst ab MMV und eröffneter FB

=> bei dorsoposteriorer Einstellung

CTG-Beurteilung

link CTG-Beurteilung

Teamarbeit

  • Die Hebammen informieren regelmässig über Verlauf, damit das Vertrauen wächst. Dienstweg einhalten, der Assistenzarzt bespricht sich mit den Hebammen, der OA wird bei Bedarf dazu geholt.
  • Info an AA wenn Pressen beginnt, Info an OA spätestens nach 2h MMv
  • Besprechung ausserhalb des Zimmers: wer macht was?
  • Kompetenzen der Hebamme:
    • Die physiologische Geburt, Pathologie wird erkannt und gemeinsam betreut
    • CTG-Interpretation
    • Episiotomie oder nicht? Die Hebamme beurteilt den Damm (Dammvorbereitung), letztlich gemeinsame Beurteilung mit Arzt (Situationsabhängig).
    • Anfänger (Stud. Hebamme/ AA) lernen und werden angeleitet, erfahrene Hebammen haben wichtige «Kontrollfunktion». Der AA soll bei Kapazität mit einbezogen werden, die Ärzte sollen sich auch aktiv an die Hebammen wenden.

Geburtseinleitung bei Frühgeburtlichkeit und vaginalem Partus

Frühgeburt - Leitung der Geburt

Vorgehen bei vaginaler Entbindung von Gemini

Gemini - Leitung der Geburt

Autor: M. Gerber, J. Kohl, A. Winkler
Autorisiert: M. Hodel
Version: 16.12.2015
Gültig bis 30.06.2020