Vorzeitiger Blasensprung am Termin

07.01.19 - Flow-Chart Antibiotikum bei VBS, FG, und Strepto B

01.03.18 - Verkürztes Vorgehen bei Ausschluss Blasensprung ohne CTG

06.12.17 - Blasensprung am Termin: Bei stationärem Management: Zunächst alternative Einleitungsmethoden, spätestens 12 Stunden nach VBS Geburtseinleitung

Inhaltsverzeichnis

Definition

Blasensprung vor Einsetzen der Wehentätigkeit ab der 37+0 SSW.

Sicherung der Diagnose

Eindeutiger Blasensprung :

  • Keine Spekulum-Einstellung
  • Strepto B Abstrich abnehmen (falls noch nicht vorhanden)
  • CTG und Ultraschall (Fruchtwassermenge)
  • CRP, Hg1
  • kein Amnisure/Actim-Promtest nötig

Fraglicher Blasensprung:

Amnisure durch Hebamme ohne Speculumeinstellung

Durchführung Amnisure: Tupfer 5-7 cm tief in die Vagina einführen und nach 1 Minute herausziehen, Tupfer im Lösungsfläschchen 1 Minute drehen, Teststreifen nach Sekunden (falls schnell positiv) ablesen, falls negativ erst nach 5 Minuten ablesen.

VBS am Termin und GBS positiv / unbekannt

Link Streptokokken der Gruppe B

Immer sofortige Einleitung und antibiotische Abschirmung, Geburt anstreben

Exspektatives Management

In Absprache mit dem Paar kann ein exspektatives Vorgehen gewählt werden.
Voraussetzungen:

  • Klinisch und laborchemisch kein Anhaltspunkt für ein beginnendes Amnioninfektsyndrom
  • kein maternales Fieber
  • keine maternale Tachykardie
  • physiologisches CTG
  • unauffälliges Infektlabor (CRP<10, Leukozyten<14)
  • keine Kontraktionen
  • kein stark druckdolenter Uterus
  • Strepto-B-Status negativ

Stationäres exspektatives Management

  • Zunächst alternative Einleitungsmethoden, spätestens 12 Stunden nach VBS Geburtseinleitung (siehe: Einleitungsmethoden)
  • Nach 12 Stunden Beginn mit Antibiotikaprophylaxe:

2.2 g Co-Amoxi-Mepha® i.v. (Amoxicillin und Clavulansäure)

    Ambulantes exspektatives Management

    Voraussetzungen

    • Kopf fix im Becken
    • Primi-Para
    • Mehrpara ohne Status nach schneller Geburt
    • Strepto-B-Abstrich vaginal/rektal vorhanden und negativ
    • keine BEL
    • kein Gestationsdiabetes
    • kein St. n. Sectio
    • keine relevante maternale Grunderkrankung
    • Spital in 30 Minuten erreichbar

    Praktische Durchführung

    • Weitere Kontrollen alle 12 Stunden (CTG, CRP, Hg1, evt. vaginale Untersuchung)
    • Nach 12 Stunden Beginn mit Antibiotikaprophylaxe:

    1g Co-Amoxi-Mepha® p.o. (Amoxicillin und Clavulansäure) alle 12 h

    • Bei steigenden Infektparametern wird sofort mit Antibiotikaprophylaxe begonnen und eingeleitet.
    • Spätestens nach 48 Stunden wird eingeleitet.
    • Primär soll auf die Bedürfnisse der Schwangeren eingegangen werden. Keine Patientin wird aktiv gedrängt nach Hause zu gehen. Der Entscheid liegt beim Oberarzt Gebärsaal (Grundsätzlich kann immer der Leiter Geburtszentrum oder seine Stellvertretung für rückgefragt werden)
    • Die Schwangeren werden informiert dass bei Auftreten von Kontraktionen, Blutungen, Schmerzen oder anderen Beschwerden mit der NFKL Kontakt aufgenommen wird, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

    Bei Ausschluss vorzeitigen Blasensprung

    Flow Chart

    Autor: M. Hodel, A. Winkler
    Version: 06.01.2019
    Gültig bis: 31.12.2020