Äussere Wendung bei Beckenendlage

Inhaltsverzeichnis

Vor 36W0T:
bei persistierender BEL Beratung über Optionen:

  • spontane Wendung
  • äussere Wendung
  • Primäre Sectio caesarea aus BEL
  • vag. Partus aus BEL
  • Vorstellung an den geburtshilflichen Hintergrund oder wendungserfahrenen Gebärsaaloberarzt bei Wunsch nach äusserer Wendung

Ab 36W0T:
Äussere Wendungen werden ab 36W0T durchgeführt

Planung: Anmeldung im LUKiS als ambulante OP

Eine Wendung gilt für den Gebärsaal als Intervention. Da an einem Tag normalerweise nicht mehr als 3 geplante Gebärsaalinterventionen stattfinden (Ausnahmen nur in Rücksprache mit dem geburtshiflichen Hintergrund und der Gebärsaalleitung), sollten gleichentags nicht mehr als 2 elektive Sectios geplant werden. 

  • Termin bei AA und in Hebammensprechstunde
  • US: Lage, Haltung, Stellung, Plazentalokalisation, Biometrie, FW-Menge (AFI), Ausschluss Pl. praevia, Ausschluss Uterusmalformation, Ausschluss fetale Fehlbildung, Myoma prävia. Bei St. n. Sectio Beurteilung der Uterotomie, Nabelschnurumschlingung? mehrfach?
  • Probepalpation durch wendenden LA oder OA
  • Anamnese: Ausschluss Gerinnungsstörung, St. n. Uterusoperationen /andere Vor-Operationen
  • auf Möglichkeit alternativer Methoden in Hebammensprechstunde verweisen (Indische Brücke, Moxen, Akupunktur).

 

  • idealerweise persönliche Vorstellung des Operateurs
  • schriftliche Aufklärung für Wendung und Sectio caesarea
  • Anmeldung der äusseren Wendung im LUKiS: Die Wendung muss wie jeder andere Eingriff als OP-Anmeldung im LUKiS verordnet werden. Dabei muss die Verordnung "OP-Anmeldung (stationär und ambulant)" unter "Spitalmassnahmen" ausgewählt werden. Zur Anmeldung selbst muss dann die Option "OP-Anmeldung (ambulant)" ausgewählt werden. Dabei muss die OP-Anmeldung vollständig (inkl. Angabe des Operateurs, des Ortes "LU OP-PLATTFORM", die Eintrittsart, die Massnahme, der Wunschtermin usw...) ausgefüllt und signiert werden. 
  • Telephonische Anmeldung in Gebärabteilung (durch Hebamme aus dem Ambulatorium)
  • Wendung auf 08:15 Uhr planen anmelden, parallel zu 1. OP im Slot Gyn 
  • Information Pat. über Eintrittszeit, Nüchternheit, Zeitbedarf und Nachkontrollen auch am Folgetag der Wendung  durch Hebamme
  • Präoperatives Labor bei Wendung (Link)
  • generell: alle Kontraindikationen für eine vaginale Geburt
  • relative Kontraindikationen: Präeklampsie, Diabetes mellitus Typ 1
  • Anatomie: enges Becken, Tumore im kleinen Becken, Uterusanomalie (z.B. subseptus, bicornis)
  • uterin: rezidivierende Blutungen in II. SS-Hälfte
  • fetal: Mehrlinge, IUWR, Fehlbildungen, susp. / path. CTG
  • St. nach Blasensprung; Wehentätigkeit
  • Erfolgschancen ca. 50 %
  • Praktisches Vorgehen, Erklärung manuelle Manöver, Gründe für einen Abbruch der Wendung
  • bei Komplikationen Sectio nötig/möglich (sehr selten, aber möglich)
  • Durchführung morgens nüchtern im GEBS
  • i.v.-Tokolyse nötig
  • Zeitbedarf Manöver und CTG-Kontrollen am Tag der Wendung und am Folgetag
  • Risiken gemäss Literatur:
    • fetal distress (bis 30 % passagere Dezelerationen / Bradykardie)
    • retroplazentares Hämatom
    • Abruptio placentae (3%)
    • fetomaternale Transfusion (3 %)
    • NS-Komplikationen (1.5 %)
    • vorzeitige Wehen (1 %)
    • vorzeitiger Blasensprung (0.5 %)
    • Uterusruptur (extrem selten)
  • Eintritt: 07.15 Uhr
  • Durchführung im Gebärsaal
  • Weiches Bett im Zimmer, abdecken mit Folie und Leintuch
  • Bei Eintritt direkt Kontrolle Sono: noch BEL?, wenn ja, weitere Schritte:
  • Venflon
  • Flügelhemd
  • CTG 30 min
  • Tokolyse i.v. mit Gynipral (15 ml NaCl 0.9% + 2 Amp. Gynipral à 5 ml, Stufe 4/3) mind. 15 min. vor Wendung, EKG nur bei anamnestischen Risikofaktoren
  • US ins Gebärzimmer, maternal rechts aufstellen, Miktion vor Wendung
  • Stillkissen parat für Beckenhochlagerung
  • Absprache direkt vor Start mit OPS 1220 und Anästhesie-OA 1535 durch Operateur
  • Rückenlage, Beine leicht flektiert. Kopftieflage nur auf Ordo (Steiss fest im maternalen Becken)
  • Wendung durch OA / LA in Anwesenheit GEBS-AA in Sectiobereitschaft
  • Sofortige CTG-Kontrolle nach Wendung
  • Info OPS und Anästhesie, dass Wendung vorüber
  • Gynipral nach 15 min. stoppen
  • Rhesusprophylaxe falls Rh negativ
  • Im IBI-Care verschlüsseln
  • Ambulaten Bericht an ZuweiserIn mit Inhalt:
    • Stellung/Lage vorher/nachher?
    • Toleranz?
    • Rotationsrichtung?
    • FHF-Veränderungen?
  • CTG nach Wendung für 1h unauffällig => CTG ab; Entlassung möglich, wenn Gravida beschwerdefrei
  • CTG und HbF Kontrolle nach 4-6 h + Palpation: Wehen? Längslage?
  • CTG- und US nach 24 Stunden
  • Labor wird durch AA der Gebärabteilung kontrolliert
  • auf noch bestehende Möglichkeit spontaner Wendung hinweisen
  • Geburtsplanung: I° Sectio empfehlen, nach typ. Kriterien planen
  • Aufklärung: bei persistierender BEL/QL bei vBS unverzüglich melden, möglichst Becken hochlagern
  • bei Mehrgebärenden und Wunsch nach vag. Partus: Beratung über vaginale BEL Geburt durch LA Geburtshilfe

Autor: J. Kohl

Version 2: I Kaufmann, A. Winkler

Aktualisiert: V. Uerlings
Autorisiert: M. Hodel
Version: 12.01.2021
Gültig bis 31.12.2022