Hysteroskopie

Inhaltsverzeichnis

Hysteroskopie

Office Hysteroskopie

Ohne Narkose, in Praxis, Zervixblock-Anästhesie

Diagnostische Hysteroskopie

Indikation:

Abnorme uterine Blutungen, suspekte Endometriumbefunde (Polyp, Myom), Sterilitätsabklärung, lost IUD, urogenitale Fehlbildungen, habituelle Aborte u. a.

Kontraindikation:

Infektion

Durchführung:

Sonoanatomie ist bekannt

korrektes Zusammensetzen des Hysteroskopes

Narkoseuntersuchung

eine Kugelzange bei 12 Uhr (oder zwei Kugelzangen bei 1 und 11 Uhr)

sorgfältige Dilatation bis Hegar 6.5 (ggf. unter Sonokontrolle transabdominal mit gefüllter Blase, oder Vaginalsonde von rektal)

Wasserschlauch wird entlüftet, Eingehen in den CK unter Hydrodistension. Hinteres Spekulumblatt wird entfernt, um Optik nicht zu verbiegen.

Kamerakabel zeigt immer nach 6 Uhr, Lichtkabel zeigt zu Beginn nach 12 Uhr und wird der Flektion des Uterus unter Sicht angepasst.

Grundsätzlich 30°-Winkeloptik (Orientierung am Lichtkabel).

Bei abnormer uteriner Blutung und Verdacht auf Ashermann-Syndrom oder urogentitale Fehlbildungen ist die Hysteroskopie während der Menstruation ggf. zielführend.

Druck:

25 -30 mmHg beim Eingehen

ca. 55 mmHg um Tuben zu öffnen

ca. 65 mmHg diagnostische HSC

Risiken/ Komplikationen (0.012%):

intraoperativ: Uterusperforation

postoperativ: Infektionen, Blutung (Biss-Stellen der Kugelzange!)

operative Hysteroskopie

Indikation:

Polypresektion

Endometriumsresektion

Myomresektion < 3 cm (3-6 cm auch zweizeitig)

Septumresektion


Tontarra bipolares Resektoskop (5mm):

5 mm Resektoskop für Patientinnen mit potentiellem Kindewunsch

Dilatation bis Hegar 4.5

0°-Optik für Resektionen.

Neues Bild (2).png

Storz bipolares Resektoskop (9mm):

Anwendung erfolgt in Kombination mit Saug-Spülsystem unter konstanten Druckverhältnissen.

Resektoskop.jpg

Kontraindikation:

Infektion

Myom > 6cm

ungünstige Myomlage (z.B. ganz intramural)

NYHA III in Rücksprache mit Anästhesie

Durchführung:

Sonoanatomie ist bekannt

korrektes Zusammensetzen des Resektoskopes

vorsichtiges zusammenstecken

bipolare Schlinge ist sehr zerbrechlich

Narkoseuntersuchung

Kugelzange bei 12 Uhr (oder zwei Kugelzangen bei 1 und 11 Uhr)

Sorgfältige Dilatation bis Hegar 9 (ggf. unter Sonokontrolle transabdominal mit gefüllter Blase, oder Vaginalsonde von rektal)

Wasserschlauch wird entlüftet, Eingehen in den CK unter Hydrodistension

Hinteres Spekulumblatt wird entfernt, um Optik nicht zu verbiegen

Kamerakabel zeigt immer nach 6 Uhr, Lichtkabel zeigt zunächst nach 12 Uhr und wird der Flektion angepasst

Schnelles Arbeiten unter guter Sicht und wenn nötig Spülung

Bei Blutung sofortige Koagulation um Einschwemmung in offene Venen zu vermeiden und Übersicht zu behalten.

Druck:

25 -30 mmHg beim Eingehen

ca. 55 mmHg um Tuben zu öffnen

ca. 65 mmHg diagnostische HSC

ca. 100 – 130 mmHg operative LSC (systolischer RR minus 10 mmHg)

Vorsichtsmassnahmen:

max. 1h OP-Zeit

Flüssigkeitsvolumen max. 2 Liter (NaCl)!

prospektiv auf gute Sichtbedingungen achten:

Kameraführung, Spülung, korrekter Druck, rasche konsequente Blutstillung (cave offene Venen), Resektion bei 12 Uhr beginnen wegen Kumulation von Luftblasen u.a.

Führungshülse nicht entfernen.

Risiken/Komplikationen (1 - 13%):

intraoperativ:

Uterusperforation (1.7%)

Blutungen (7%)

Fluid-overload (zu langer Eingriff, zu viel Flüssigkeit, zu viel Distensionsdruck, Blutungen mit offenen Venen): Symptome: Nausea, Vomitus, Kopfschmerzen, Agitation, Sehstörungen

Luftembolien

postoperativ: Blutungen, Entzündungen, Synechien

Spätfolgen: Uterusruptur in Schwangerschaft, Synechien, Ashermann-Syndrom, Placenta accreta/percreta

besondere Komplikation TUR-Syndrom:

hypotone Hyperhydratation bei Verwendung von elektrolytarmen Distensionsmedien bei monopolarer Koagulation (Glycin, Sorbitol) (0.14 - 5%)(Folgen: Hirnödem, Arrhythmien, Kreislaufstillstand, centrale pontine Myelinolyse).

Bei Kochsalzlösung und Anwendung von bipolaren Resektoskopen ist das Risiko deutlich geringer, aber dennoch vorhanden.

Therapie bei Komplikationen:

bei Blutung intraoperativ:

  • Optimierung der Sicht (Spülung, ggf. kurzfristig Druck erhöhen, Lokalisierung der Blutungsquelle durch Absenken des intrakavitären Druckes)
  • gezielte Elektrokoagulation (blaues Pedal)
  • Fluid-Overload/TUR-Syndrom: bei Überschreitung der Operationszeit von 30 Min. regelmässig Rücksprache mit Anästhesie bezüglich Kreislaufsituation, ebenso bei Überschreitung des Volumens von 1.5 L NaCl-Lösung; im zweifelsfall Abbruch der Operation.

bei Blutung postoperativ:

  • Kontrolle Biss-Stellen der Kugelzangen
  • Perforation nicht ausgeschlossen zunächst IOTES (Laparoskopie mit dem Hysteroskop über Perforationsstelle), ggf. Laparoskopie zur Blutstillung und/oder Ausschluss Darmperforation

Patientinnen müssen für Verletzung innerer Organe, Laparoskopie und Laparotomie aufgeklärt sein.

Voraussetzung für Durchführung am LUKS

  • Durchführung clinical skills Hysteroskopie
  • HystSim-Übungen absolviert

Intrauteriner Bigatti Shaver (IBS) 12mm

gleiche Anwendungsbedingungen wie bei dem Resktoskop



Literatur:

Luzzio C, Bermann S. Central pontine Myelinolysis; emedicine.medscape.com; Update: Nov 17 2015

Cooper J, Brady R M. Intraoperative and early postoperative complications of operative hysteroscopy. Obstet Gynecol Clin North Am 2000;27:347-366.

Pasini A, Belloni C. Intraoperative complications of 697 consecutive operative hysteroscopies. Minerva Ginecol 2001;53:13-20.

Serocki G et al. Das gynäkologische TUR- Syndrom. Anästhesist 2009; 58:30-34.

Camanni M et al. Hysteroscopic management of large symptomatic submucous uterine myomas. J Minim Invasice Gynecol. 2010;17:59-65.

Huber AW et al. Iatrogenic orifice transluminal endoscopic surgery (IOTES): managing uterine perforations at operative hysteroscopy. Fertil Steril 2010;94:1908-9.

Autor: G. Meili, A. Günthert
Version: 16.03.2016

Gültig bis: 31.12.2018