Adnexitis

07.09.18 - Ergänzung Abschnitt operativ vs. konservatives Management

Inhaltsverzeichnis

PID = Endomyometritis u./o. Salpingitis u./o. Tuboovarialabszess u./o. pelvine Peritonitis

Erreger: Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoe, gram negative Keime, Anaerobier, Streptokokken, Gardnerella vaginalis, Ureaplasmen, Mykoplasmen

Abstrich: Chlamydien und Gonokokken, Mycoplasma und Ureaplasma PCR zervikal und allgemeine vaginale Bakteriologie

Nativbeurteilung, KOH-Test.

Partnertherapie!

Bei Chlamydien oder Gonokokken PID: Kontrollabstrich in 3 Monaten

Kriterien für stationäre Therapie

Schwangerschaft, Übelkeit und Erbrechen, schweres Krankheitsgefühl (Fieber, Gliederschmerzen, starke Unterbauchschmerzen), V. a. Tuboovarial-Abszess, therapierefraktäre ambulante Behandlung.

Tuboovarial-Abszess: Operation vs. expektatives konservatives Mangement

Antibiotische Therapie alleine für folgende Patientinnen möglich:

  • hämodynamisch stabil
  • keinen Anhalt für rupturierten Abszess (insbesondere kein akutes Abdomen, keine Sepsis-Zeichen)
  • Abszess-Durchmesser <9cm
  • prämenopausal
  • adäquates Ansprechen auf die antibiotische Therapie


Operative Therapie

Laparoskopie mit Abszessspülung und Einlage einer Drainage (z.B. EasyFlow), Entnahme Bakteriologie / Chlamydien / GO, Inspektion Oberbauch und Appendix.

Indikation zu stellen wenn:

  • Vd. a. Ruptur (akutes Abdomen)
  • Sepsis-Zeichen (Tachykardie, Hypotonie, Tachypnoe, Azidose)
  • wenn Kriterien für konservative Therapie nicht erfüllt sind


Beachte:

  • die meisten Frauen mit Abszess benötigen eine Laparoskopie
  • Grundsätzlich soll eine Patientin sofern klinisch vertretbar für mindestens 24 Stunden antibiotisch anbehandelt werden bevor eine Operation geplant wird.

IUD und Adnexitis:

In der Literatur gibt es keine klare Unterscheidung zwischen Mirena und Cu-IUD bezüglich Adnexitis. Somit gelten nach aktueller Evidenz die folgenden Empfehlungen für beide Arten von IUD:

    1. Aufklärung über ein leicht erhöhtes Risiko einer PID in den ersten 20 Tagen nach IUD-Einlage (II-2A)
    2. Alle Frauen sollten anamnestisch über ihre Krankengeschichte und soziale Hintergrund, Partnerschaft befragt werden. Zudem sollten sie vaginal untersucht werden und je nach Risikoprofil und in Rücksprache mit der Patientin sollte ein Abstrichresultat über Chlamydien und Gonokokken durchgeführt werden. Abstrichergebnis muss jedoch nicht abgewartet werden (II-2B)
    3. B3. Bislang gibt es keine Evidenz, eine asymptomatische Patientin routinemässig für eine bakterielle Vaginose zu screenen. (II-2C)
    4. Routinemässige Antibiotikaprophylaxe im Rahmen der IUD-Einlage wird nicht empfohlen.
    5. Standardvorgehen: vaginale Desinfektion vor Einlage und steriles Arbeiten (III-C)
    6. Milde bis moderate PID ist KEINE Indikation die IUD zu entfernen, ausser die Patientin wünscht dies oder es stellt sich keine Besserung nach 72h korrekter Antibiotikatherapie ein. In schweren Fällen einer PID sollte sich eher für eine Entfernung entscheiden. (I-B)
    7. IUD ist eine sichere Verhütungsmethode für HIV-positive Patientinnen. (I-B
    8. Eine IUD ist eine first-line Verhütungsmethode für Adoleszente. (I-A)

Literatur

Greenstein Y, Shah AJ, Vragovic O, et al (2013) Tuboovarian abscess. Factors associated with operative intervention after failed antibiotic therapy. J Reprod Med 58:101–106

Caddy S et al.
Best practices to minimize risk of infection with intrauterine device Insertion.
J Obstet Gynaecol Can. 2014 Mar; 36 (3): 266-76

Autor: S. Pelikan, I. Fähnle
Autorisation: B. Kipp
Version: 07.09.2018
Gültigkeit: 31.12.2018